Der neue Sommerrundbrief von WADI, der auch einer unser 35jährigen Jubiläums ist, ist gerade aus der Druckerei gekommen und steht hier zum Download bereit: https://wadi-online.de/…/rundbrief-sommer-2026-nachhaltig/
Wie jedes Jahr freuen wir uns über Spenden und weitere solidarische Unterstützung, die nötiger denn je ist: https://wadi-online.de/spenden/
Aus der Einleitung:
“Auch wenn in der Tat der Wind rauher wird, hoffen wir, nicht zuletzt dank Ihrer Unterstützung, so weitermachen zu können wie bisher. Denn wir sind auch nach so langer Zeit, nach vielen Rückschlägen, Kriegen und Krisen, die wir zusammen durchgestanden haben, fest davon überzeugt, wie in den ersten Tagen unserer Existenz, dass diese Art solidarischer Entwicklungszusammenarbeit nicht nur wichtig ist, sondern auch täglich aufs Neue Erfolge zeigt.
In diesem Rundbrief stellen wir Ihnen zwei aktuelle neue Projekte vor, wollen aber nicht, dass andere darüber in Vergessenheit geraten. Besonders froh nämlich sind wir über die Entwicklung der „Active Citizenship“ Kampagne, die wir seit 2023 gemeinsam mit Partnern und dem niederländischen Konsulat in Erbil entwickelt haben. Ihr zugrunde liegt die Idee, es mit Begriffen wie Bürger- bzw. Zivilgesellschaft wirklich ernst zu nehmen. Dies aber heißt vor allem, eines der vermutlich größten und schwerwiegenden Probleme nahöstlicher Gesellschaften zu adressieren, nämlich das grundlegende Misstrauen, ja die oft offene Feindschaft zwischen Bürgern und staatlichen Stellen. Gesellschaftliche Veränderungen aber sind nur möglich, wenn staatliche und nichtstaatliche Akteure sich nicht als Gegner betrachten, sondern ergebnisorientiert zusammenarbeiten. Dies ist vor allem auf lokaler Ebene möglich, und genau da setzten wir an. In den letzten Jahren haben sich so beeindruckende Kooperationen ergeben, etwa bei der Stärkung dörflicher Landwirtschaft, Alphabetisierung von Frauen, der Zusammenarbeit mit Kliniken und Behörden im Kampf gegen häusliche Gewalt, bei verschiedenen Umwelt- und Gesundheitsprojekten, und neuerdings auch in Bezug auf Aufklärung über Drogen und Drogenmissbrauch. Überall arbeiten nun unsere Partnerorganisationen auf gleicher Augenhöhe mit den lokalen Behörden zusammen, tauschen Informationen aus und entwickeln gemeinsam Lösungsansätze für brennende gesellschaftliche Probleme. Dies geschieht, wie gesagt, auf der „untersten Ebene“, also dort, wo die Menschen leben und arbeiten, einander kennen und in Versammlungen – in Anlehnung an die Amerikanische Revolution nennen wir sie Town Hall Meetings – zusammenkommen, um miteinander zu diskutieren. (…)
Wir möchten zugleich die Krisen nicht klein- oder schönreden. Der letzte Krieg, der auch Irakisch-Kurdistan massiv betraf, denn fast täglich schlugen auch dort Drohnen und Raketen ein, hat einmal mehr gezeigt, wie fragil die Lage ist. Zugleich wissen wir sehr genau, dass die Feinde dessen, dass es besser wird, weiterhin äußerst aktiv sind. Der Islamische Staat etwa ist keineswegs endgültig besiegt, und leider müssen wir beobachten, dass erneut auch in Kurdistan islamistische Organisation sich versuchen auszubreiten. Sie nutzen die Lage, also dass immer weniger Hilfsgelder zur Verfügung stehen, für ihre Zwecke und bieten verschiede karitative Projekte an, die allerdings klare politische Ziele verfolgen.
Leider bestätigt der jüngste Bundeshaushalt einmal mehr, dass die Kürzungen der Hilfsbudgets in Europa und den USA nicht auslaufen, sondern sich voraussichtlich noch weiter verschärfen werden. Das heißt natürlich auch für uns, dass es immer schwerer wird, unsere Programme und Kampagnen zu finanzieren. Umso mehr sind wir auf Ihre solidarische Hilfe angewiesen, für die wir uns auf diesem Weg ganz herzlich bedanken möchten.
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen allen einen schönen Sommer.
Thomas von der Osten-Sacken
(Geschäftsführung)”
